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Symposion
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KNA-Interview mit Prof. P. Dr. Hubert Lenz zum Anliegen des Symposions

«Erwachsene neu im Blick» ist ein wissenschaftliches Symposion zu Fragen der Erwachsenenkatechese überschrieben, das vom 20. bis 22. Februar in Vallendar bei Koblenz stattfindet. Veranstaltet wird es vom dortigen Forum Vinzenz Pallotti und von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) der Pallottiner. Das Symposion gilt als die bundesweit erste Tagung, die sich ausschließlich Fragen der Erwachsenenkatechese widmet, also der religiösen Unterweisung Erwachsener. Dazu äußerte sich der Vallendarer Pallottiner Hubert Lenz in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Lenz lehrt an der PTHV Systematische Philosophie und Evangelisierende Pastoral. Er ist Initiator der «Vallendarer Glaubenskurse» für Erwachsene. Gemeinsam mit Pfarrer Klemens Armbruster vom Seelsorgeamt des Erzbistums Freiburg obliegt Lenz die theologische Leitung des anstehenden Symposions.

KNA: Pater Lenz, warum Erwachsenenkatechese?

Glaube und Freiheit gehören untrennbar zusammen. Jesus hat die Menschen nicht durch Druck oder Faszination an sich gebunden, sondern sie herausgefordert, sich frei für ihn und seine Botschaft zu entscheiden. – Er warb um den Glauben seiner Zuhörer, um deren von Herzen kommendes Vertrauen. Diese Antwort des Herzens ist aber nur in Freiheit möglich.

Die Praxis der Säuglings- und Kindertaufe verlangt schon von daher, dass den als Kinder Getauften später eine Hinführung zu einem persönlichen und verantworteten erwachsenen Glauben angeboten wird. Heutzutage kann man aber nicht mehr erwarten, dass diese Hinführung durch das familiäre oder gesellschaftliche Umfeld quasi automatisch geschieht. Sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene werden heutzutage beim Hineinwachsen in die Grundvollzüge des christlichen Glaubens meist nur wenig durch ihr Umfeld unterstützt. Diese veränderte Situation zeigt sich nicht nur im Rückgang der Kirchenbesucher und Kirchensteuerzahler, sie ist auch im Blick auf die Lebendigkeit, Stärke und Strahlkraft des Glaubens derer zu spüren, die sich der Kirche verbunden wissen. Da ist manches stärkungs- und erneuerungsbedürftig – doch haben wir bisher als Kirche dieser Not der Erwachsenen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

KNA: Was sind denn die Inhalte von Erwachsenenkatechese?

Alles, was einen lebendigen Gottesbezug, ein von Herzen kommendes Ja zum dreifaltigen Gott und zu dem fördert, was er bei der Taufe in uns begonnen hat. Dazu gehört vor allem die Botschaft der Liebe Gottes zum Menschen. Gottes Liebe stellt nicht nur keine Bedingungen, sondern ist auch stärker als alle Schuld und alles Leid, ja sogar als der Tod. – Und es ist die Macht dieser Liebe, die einerseits um unsere menschliche Antwort des Vertrauens wirbt und die es andererseits rechtfertigt und möglich macht, dass wir uns ihr mit unserem ganzen Leben rückhaltlos anvertrauen.

Dieses Herzstück aller Katechese ist durch Vortrag und Predigt allein aber nicht vermittelbar. Zur Verkündigung dieser Botschaft gehört – jedenfalls bei unseren Kursen – wesentlich die Weg-Gemeinschaft mit anderen. Glaube wächst in der Gemeinschaft, im Gespräch, im Teilen der Fragen, Hoffnungen und Erfahrungen. Und irgendwann geschieht in dieser Weggefährtenschaft ähnliches wie bei den Emmausjüngern, deren Herz zu brennen beginnt und für die Jesus Christus neu lebendig wird. Seine Nähe, seine Kraft und seine Botschaft sind dann nicht mehr etwas Vergangenes oder Übernommenes, sondern reale Gegenwart im eigenen Leben.

KNA: Führt Erwachsenenkatechese nicht zu einer Art Elitebildung: hier im Glauben unterwiesene und gewachsene, dort nicht unterwiesene Katholiken?

Ihre Frage ist durchaus verständlich, denn wir sind gewohnt, dass wir uns aufgrund von Taufe, Erstkommunion, Firmung und Kirchenmitgliedschaft eigentlich ganz selbstverständlich als Christ und Katholik verstehen. Und die Gefahr des Elitären besteht natürlich. Aber die eigentliche Not ist nicht das Elitäre, sondern das heute fehlende Bewusstsein dafür, dass zum „normalen“ Christsein auch wesentlich die Umkehr zu einem persönlichen Glaubens- und Vertrauensverhältnis gehört. Sie muss deshalb Bestandteil einer elementaren Verkündigung sein, die darauf zielt, den Menschen einen persönlichen Bezug zu Jesus Christus zu vermitteln. Wenn Ungetaufte Interesse an der Taufe haben, begeben sie sich im sogenannten Katechumenat auf einen Glaubensweg, der all das eben Angesprochene beinhaltet. Wenn diese Taufbewerber auf ihrem Weg dann schrittweise zu einer persönlichen Glaubensbeziehung gelangen, wird dies wohl niemand als elitär bezeichnen, obwohl das, was sie erfahren haben, für bereits getaufte „normale“ Gemeindemitglieder oft fremd ist. – Sollte es uns nicht am Herzen liegen, dass alle, die sich innerlich der Kirche verbunden fühlen, die Möglichkeit erhalten, ähnliche Erfahrungen wie viele Katechumenen machen können? Ja, ich denke, wir dürfen unseren Gemeindemitgliedern die Erfahrung der Emmausjünger, die Erfahrung einer persönlichen Beziehung zum lebendigen Gott nicht vorenthalten.

KNA: Was versprechen Sie sich von dem anstehenden Symposion?

Zum einen möchten wir das Anliegen Erwachsenenkatechese innerkirchlich stärker ins Blickfeld rücken und Interessierte ermutigen, sich intensiver mit diesen Fragen zu befassen und sich auf die angedeuteten, für unsere bisher übliche Pastoral noch relativ ungewohnten Erfahrungen einzulassen.

Dann aber – auch wenn das vielleicht ein hoher Anspruch ist – wollen wir mit unseren Überlegungen und Erfahrungen einen geistlich-pastoralen Beitrag in die gegenwärtige Umbruchssituation einbringen. Es darf nicht nur organisatorisch-strukturell und mit allen möglichen Sparmaßnahmen auf die gegenwärtige Situation der Kirche reagiert werden. Dieser Herausforderung müssen wir vor allem aus der Mitte des Evangeliums heraus begegnen, indem wir die anstehenden Probleme aus dem Glauben an Jesus Christus angehen. Dieser Glaube ist für mich auch heute – in unseren Nöten und Sorgen - noch höchst aktuell und von großer Lebendigkeit und Kraft.

Interview: Peter de Groot (KNA)

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