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Grenzen überschreiten – Team der Projektstelle auf den Philippinen

Eingang Bukal-Maryhill - Insel Negros Doris und Andrea auf den Philippinen

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Angebot von Missio Aachen zu einer Lern- und Begegnungsreise („Kirche der Partizipation: Ein Einführungskurs in Theorie und Praxis des pastoralen Ansatzes von Bukal ng Tipan) auf die Philippinen war auch für uns als Projektstelle höchst interessant.  Und so machten sich Doris Schmitt und Andrea Windirsch auf den Weg.

Hier ein erster Bericht:

„Grenzen überschreiten“ beschreibt die Reise ganz gut und in vielfacher Hinsicht. So starteten wir am 01.03. frohen Mutes und voller Erwartungen mit 16 weiteren „Mitstreitern“ aus verschiedenen Diözesen Deutschlands zunächst Richtung Hong Kong. Weiter ging es dann nach Manila und schließlich kamen wir am Nachmittag des 02.03. in Bacolod City und dem Bukal-Institut Maryshore in Talisay auf der philippinischen Insel Negros an. Schon in Manila wurden wir von Fr. Mark Lesange und Estela Padilla vom Pastoralinstitut Bukal ng Tipan in Empfang genommen, die uns auch bis zum Schluss begleiten sollten.

Gleich am nächsten Morgen ging es los in ein kleines Dorf, um einen Eindruck von der Lebensweise der Menschen dort zu bekommen, die vor allem auf den Zuckerrohrfeldern arbeiten. Das gesamte Dorf empfing uns, selbst die Kinder hatten Schulfrei genommen. Wir alle waren wir von der Herzlichkeit und Offenheit der Menschen dort fasziniert.

Mit einer Art Kurzexerzitien (Retreat) begannen wir dann am Nachmittag den „theoretischen“ Teil unserer Reise. Mit verschiedenen Methoden der Bibel-Arbeit und mit mehreren bewegenden liturgischen Feiern standen diese vor allem unter dem Gesichtspunkt „Gemeinschaft“. Darüber hinaus vermittelten sie aber auch schon einiges Grundsätzliche zu BEC (Basic ecclesial community – Basiskirchliche Gemeinden). Auch hier spielen Grenzüberschreitungen eine Rolle oder „wie man von einer Menge zu einer Gemeinschaft wird“.

Am Sonntagvormittag ging es dann erstmal in die Kathedrale von Bacolod zum Sonntagsgottesdienst. Leider verstanden wir nicht allzu viel, da der Gottesdienst in der Landessprache gehalten wurde, aber durch die vertraute Liturgie wurden wir trotzdem mitgenommen und konnten mitfeiern.

In den nächsten Tagen beschäftigten wir uns ausführlich mit der Kirchenentwicklung anhand der Kirchenbilder, mit Methoden der Bildung (Formation), Visionsprozessen und Hintergründen, Geschichte, Struktur und Entwicklung der Basiskirchlichen Gemeinschaften auf den Philippinen. Unsere „Lehrer“ waren verschiedene Mitglieder des Teams von Bukal, die uns durch ihre ganze Art mitrissen. Hier spürten wir schon, was es heißt: Die Methode ist die Botschaft. Seien es Fr. Mark, Estella, Fr. Boyet, Aleli oder Jojit: Man merkte, sie brennen für das, was sie vermitteln. Sie sind überzeugt von dem, was sie tun und auch selbst erfahren haben. Und sie haben uns angesteckt.

Und dann ging das „richtige Abenteuer“ los: Nach der Theorie sollte die Praxis folgen, die Begegnung mit Menschen, die das lebten und umsetzten, wovon wir die ganze Zeit nur gesprochen hatten.

So setzen wir am nächsten Tag über auf die Insel Panay in die Provinz Iloilo. Erwartet wurden wir dort von einem Team des Pastoralsekretariats der Erzdiözese Jaro (JAPS): Fr. Robert (der Leiter des Pastoralsekratariats), Weng, Danny und Liezel, die uns die nächsten drei Tage in die verschiedenen Gemeinden – oder besser auf die verschiedenen Inseln begleiteten.

Eine davon war die Insel Naborot. Ein winziges Eiland im Norden von Panay, welches im Jahre 2013 durch den Taifun Yolanda fast vollständig zerstört worden war. Schon die Anreise war abenteuerlich. Erst ein Stück zu Fuß durchs Meer, dann über eine „Hühnerleiter“ auf ein kleines Boot, und weiter draußen über eine etwas größere „Hühnerleiter“ auf ein größeres Boot. Auf dem Rückweg das Ganze noch einmal. Für manchen von uns auch eine durchaus persönliche Grenzüberschreitung.

Schon lange bevor wir anlegten, kamen uns die Fischer der Insel mit ihre Booten entgegen und geleiteten unser Boot zur Anlegestelle. Auf der Insel selbst wurden wir überschwänglich begrüßt. Die Menschen gaben beeindruckende Zeugnisse ab, wie sie den Sturm und den Wiederaufbau erlebt hatten. „Yolanda hat unsere Kapelle zerstört, aber nicht unseren Glauben an Gott. Er hat unsere Häuser zerstört, aber nicht unsere Familien, unsere Einkommensgrundlage und alles Materielle, aber wir haben immer noch unsere Gemeinschaft….“ Diese Einstellung gab ihnen die Kraft und den Mut zum Wiederaufbau, beginnend mit dem was noch da war. Schon nach 100 Tagen hatten wieder alle 33 Familien, die vom Fischfang lebten, Boote zum Fischen, obwohl ursprünglich eigentlich nur Geld für 10 da war. Aus ihrer Gemeinschaft heraus suchten und suchen sie auch nach neuen Wegen, ihre Lebensgrundlage unabhängig vom Fischfang für die Zukunft zu sichern. Wir waren beeindruckt und berührt von dem Mut und dem Glauben dieser Menschen.

Am Tag darauf besuchten wir eine weitere kleine Insel, Bayas, die dortige Inselgemeinschaft und BEC. Hier nahmen wir an einer von einem Laien geleiteten Sonntagsliturgie teil. Diese Form der Liturgie findet in vielen Kapellengemeinden auf den Philippinen statt und ist von der dortigen Bischofskonferenz approbiert. Eine Teilnahme an der sonntäglichen Eucharistiefeier in der Pfarrkirche ist vielen Menschen aus den verschiedensten Gründen nicht möglich. In die einzelnen Kapellengemeinden kommt der Priester in der Regel nur einmal im Monat um Eucharistie zu feiern, aber nicht am Sonntag. Und so versammeln sich die Menschen in ihren Kapellen und feiern Sonntagsgottesdienst unter der Leitung eines Laien (tatsächlich meist Männer, die Frauen sind meist Lektorinnen und Kommunionhelferinnen), in dem auch die Kommunion ausgeteilt wird.  Es war eine sehr schöne, ansprechende und – trotz der fremden Sprache – auch mitreißende Feier. Wir saßen mitten unter den Menschen dort, mit denen wir – statt Predigt – Bibel geteilt haben. Sie gaben uns nie das Gefühl fremd zu sein, sondern im Gegenteil, wir fühlten uns unter Freunden. Beim Bibel-Teilen in kleinen Gruppen wurde gedolmetscht, aber manches hat man einfach auch so verstanden.

Zum Abschluss des Tages, wieder zurück auf der Hauptinsel, besuchten wir noch eine kleine Fabrik, in der Seaweed (Algen, Seegras) gezüchtet und dann auch verarbeitet wird (z.B. in ähnlicher Form, wie wir hier Krabbenbrot kennen). Betrieben wird sie in Form einer Kooperative. Die Arbeiter und Arbeiterinnen haben sich in Form einer BEC organisiert und beginnen jeden Arbeitstag mit Bibel-Teilen.

Es waren zwei sehr, sehr interessante Tage, mit vielen Erfahrungen und Anregungen weiter zu überlegen, ob und was vielleicht auch bei uns möglich sein könnte.

Am Sonntag darauf verteilten wir uns dann in verschiedenen Gruppen in Pfarreien, wo wir am Gottesdienst teilnahmen. Auch hier gab es dann anschließend wieder einen lebhaften Austausch mit den Menschen vor Ort. Zum Abschluss des Tages folgten wir einer Einladung zum Abendessen beim Erzbischof von Jaro, Angel Lagdameo und entspannten uns bei einem kleinen Spaziergang am Fluss.

Am nächsten Tag wartete auf uns das „Paradies“. Anders kann man die winzige Insel Naburot an der Südspitze von Guimaras nicht nennen, auf der wir einen Tag und eine Nacht Urlaub verbringen durften. Traumhaft schön und mit Worten kaum zu beschreiben, höchstens vielleicht mit einem Bibelzitat: „Und Gott sah, dass es sehr gut war.“

Leider war es viel zu schnell vorbei und es ging auf zur letzten Etappe unserer Reise, Bukal-Maryhill in Manila.  Dauerte der Flug von Iloilo nach Manila (knapp 1000km) 50 Min., brauchten wir vom Flughafen nach Maryhill (ca. 30 km) 2 ¾  Stunden. Das gibt vielleicht einen kleinen Eindruck von den Dimensionen und dem Verkehr dieser Mega-City. Das Wort „Verkehrsknoten“ bekommt dort eine ganz neue Bedeutung. 

Der Tag in Manila war der Schlussreflexion und dem Abschlussgottesdienst gewidmet und am nächsten Tag flogen wir – nach einer kurzen Stadtrundfahrt – über Hong Kong wieder zurück nach Hause.

Müde und erschöpft aber vor allem froh und dankbar, dass wir dabei sein durften, sind wir zurückgekehrt  und können sagen: Wir haben viel gelernt und erfahren auf dieser Reise und werden dies sicher (und mit Freude) in den nächsten Wochen und Monaten noch mit anderen teilen.

Und vor allem: Wir haben Menschen getroffen, die stolz waren, dass wir von ihnen lernen wollten. Menschen, die trotz Armut eine Würde ausstrahlten, die man nicht mit Worten beschreiben kann. Menschen, die uns mit offenen Armen empfangen haben, die im Bibel-Teilen uns auch ein Stück an ihrem Leben teilhaben ließen. Menschen, die uns Mut machten, Grenzen zu überschreiten und zu sehen, was alles möglich ist. Menschen, die wir nicht so schnell vergessen werden.

Wir werden an dieser Stelle weiterberichten, insbesondere auch über pastorale Erfahrungen und was dies für unsere Arbeit bedeutet. Hierüber werden wir uns intensiv austauschen und reflektieren.

Danken wollen wir an dieser Stelle jedoch schon allen, die es uns – insbesondere finanziell – ermöglichten, diese Reise mitzumachen. Ohne spürbare finanzielle Unterstützung von Missio, den Bistümern Limburg und Trier sowie „Kirche in Not“ wäre es der WeG-Projektstelle nicht möglich gewesen, zwei ihrer Mitarbeiterinnen diese Reise zu ermöglichen.

Weitere Bilder und Kurzberichte von den einzelnen Tagen finden Sie auch auf der Missio Homepage unter: http://unterwegs.missio-blog.de/philippinen-maerz-2017/



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Reisegruppe
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